St Pierre and Miquelon

Internationaler Tag gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie (IDAHOT) Die EU hisst den Regenbogen, ihr Motto: „Das Schweigen brechen“

17/05/2020 - 12:12
From the blog

Heute ist der Internationale Tag gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie (IDAHOT). Daher möchte ich diesen Blogbeitrag all jenen widmen, die aufgrund ihrer Identität noch immer Opfer von Diskriminierung und Gewalt sind, weil sie nicht frei leben und lieben können. Genauer gesagt: Ich möchte die Gemeinschaft der lesbischen, schwulen, bi-, trans- und intersexuellen Personen (LGBTI) sowie alle LGBTI+-Aktivisten, die für ihr Recht auf Selbstbestimmung einstehen, würdigen.

Jeder einzelne von uns muss sich jeden Tag gegen Menschenrechtsverletzungen, Diskriminierung und Missbrauch gegenüber LGBTI-Personen einsetzen.

 

Viel wurde erreicht, doch wir müssen weiter kämpfen

Ich kämpfe als jemand, der aus einem Land kommt, das in den letzten Jahren enorme Fortschritte bei der Anerkennung der Rechte der LGBTI+-Gemeinschaft erzielt hat. In der Vergangenheit und während des Großteils meiner Jugendjahre war das anders. Ich kann mich noch sehr gut an die harten Strafen und Diskriminierungen erinnern, denen Homosexuelle und andere sexuelle Minderheiten während des Franco-Regimes ausgesetzt waren. Als ich 1998 für den Vorsitz der Sozialistischen Arbeiterpartei Spaniens kandidierte, wurden Gerüchte verbreitet, um mich zu diskreditieren und meiner Kandidatur zu schaden: Ich sei homosexuell und hätte eine Affäre mit einem Mann. Damit wurde im Prinzip unterstellt, dass jemand, der schwul ist, nicht in der Lage ist, eine Partei oder ein Land zu führen. Die gleichgeschlechtliche Ehe wurde in Spanien im Jahr 2005 von der sozialistischen Regierung legalisiert. Damit ist Spanien (externer Link) weltweit das dritte Land, in dem gleichgeschlechtlichen Paaren auf nationaler Ebene das Recht auf Eheschließung gewährt wurde. Und heute können immer mehr Politikerinnen und Politiker in Europa ganz offen ihre sexuelle Ausrichtung bekunden.

Wir müssen jedoch weiterhin für das Recht jedes Menschen kämpfen, stolz darauf zu sein, wer sie sind, die eigene Identität zu definieren und das Leben mit der Person zu teilen, die sie lieben. Als Gesellschaft und Gemeinschaft sind unsere Rechte nur dann geschützt, wenn sie für alle gelten. In unseren Handlungen muss sich die Tragweite niederschlagen, die Anerkennung und Gleichheit nicht nur für LGBTI+-Personen, sondern für alle haben.

Im ersten Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte heißt es: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“. Dieses kühne Versprechen ist an vielen Orten der Welt leider nach wie vor weit von der Wirklichkeit entfernt. Von der Weltgesundheitsorganisation wurde Homosexualität noch bis 1990 als psychische Störung eingestuft. Das wurde erst am 17. Mai 1990 geändert. Aufgrund dieses Meilensteins im Kampf für Gleichheit und Würde und um dieses Tages zu gedenken, wird nun alljährlich am 17. Mai der Internationale Tag gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie begangen.

Während der Coronavirus-Krise steht die LGBTI+-Gemeinschaft nun in vielen Teilen der Welt vor zusätzlichen Problemen wie Stigmatisierung und der Angst, nicht die erforderliche medizinische Versorgung zu erhalten. Soziale Distanzierung ist auch für diejenigen schwierig, die von ihren Familien nicht akzeptiert werden.

Aus diesem Grund schließt sich die EU mit den Vereinten Nationen und Organisationen der Zivilgesellschaft dem diesjährigen Motto „Das Schweigen brechen“ und dem Schlagwort „Going Rainbow“ an und „hisst den Regenbogen“. Dieses Motto wurde von der LGBTI+-Zivilgesellschaft aufgegriffen und wird auch mit der Kampagne der Vereinten Nationen „Free and Equal“ (externer Link) in die Öffentlichkeit getragen. Die EU setzt sich gegen Diskriminierung ein und fordert alle Staaten auf, dafür zu sorgen, dass sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität nicht als Grundlage für strafrechtliche Sanktionen und Diskriminierung dienen.

Den Worten Taten folgen lassen

In der EU versuchen wir, den Worten Taten folgen zu lassen. Wir unterstützen LGBTI+-Menschenrechtsverteidiger (externer Link) durch besondere Schutzmechanismen mit dem Europäischen Instrument für Demokratie und Menschenrechte. So retten wir Menschenleben und helfen, das durch Gewalt verursachte Leid zu überwinden. Die EU ist nach wie vor einer der weltweit größten Geber von Hilfen an zivilgesellschaftliche LGBTI+-Organisationen. Sie unterhält beispielsweise zahlreiche Projekte im südlichen Afrika, in Zentralafrika, Lateinamerika und Russland. Die Hilfe umfasst Angebote im Bereich vorbeugende Sicherheit und vorbeugender Schutz vor Bedrohungen, die Unterstützung lokaler Initiativen und Basisbewegungen, die Förderung der Bildung von Bündnissen und Netzwerken sowie Berichterstattung und Dokumentation in Fällen von Diskriminierung. Vor allem aber setzt sich die EU konsequent für universelle Rechte ein.

Heute wird die EU in ihren Vertretungen in vielen Ländern der Welt die Regenbogenflagge hissen. In Brüssel sind die Fassaden der EU-Gebäude in der Nacht vom 16. auf den 17. Mai in den Regenbogenfarben erstrahlt. Außerdem wurde in den Social-Media-Kanälen der EU die Regenbogen-Challenge gestartet.

 

idahot

Neben diesen wichtigen symbolischen Handlungen ist es aber an jedem Einzelnen von uns, sich täglich gegen Menschenrechtsverletzungen, Diskriminierung und Verstöße gegen LGBTI-Personen in der ganzen Welt einzusetzen. Nicht nur am Internationalen Tag gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie, sondern immer und überall.

 

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