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Internationaler Tag des Multilateralismus und der Diplomatie für den Frieden: Videobotschaft des Hohen Vertreters/Vizepräsidenten Josep Borrell

Brussels, 24/04/2020 - 08:52, UNIQUE ID: 200423_11
Statements by the HR/VP

Es gilt das gesprochene Wort!

Heute feiern wir den internationalen Tag des Multilateralismus und der Diplomatie für den Frieden. Inmitten der größten globalen Gesundheitskrise unserer Generation bekräftigt die Europäische Union ihr langjähriges Engagement für die internationale Zusammenarbeit und die auf Regeln beruhende internationale Ordnung, in deren Mittelpunkt die Vereinten Nationen stehen.

Die Pandemie ist eine Erinnerung daran, wie eng wir miteinander verbunden sind und wie wichtig multilaterale Zusammenarbeit ist.

Um den Kampf gegen ein Virus zu gewinnen, das keine Grenzen kennt, gibt es keine andere Möglichkeit, als gemeinsam nach globalen Lösungen zu suchen.

Multilateralismus ist der einzige wirksame Weg, um einer Bedrohung zu begegnen, die kein Land allein bewältigen kann und die uns alle betrifft. Solange die Pandemie in verschiedenen Teilen der Welt wütet, wird kein einziges Land sicher sein.

Der heutige Tag ist eine Gelegenheit, unsere Wertschätzung für die Arbeit der Vereinten Nationen bei der Reaktion auf die Krise zum Ausdruck zu bringen. Da der weltweite Hunger aufgrund der Maßnahmen gegen die Pandemie zunimmt, ist die Arbeit des Welternährungsprogramms zur Bereitstellung lebensrettender Nahrungsmittelhilfe unverzichtbar.

Und natürlich spielt auch die Weltgesundheitsorganisation eine entscheidende Rolle bei der Eindämmung des Virus. Die Europäische Union wird diese Arbeit weiterhin unterstützen; auch mit finanziellen Mitteln. Zusammen sind die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten der größte Geber der Weltgesundheitsorganisation. 2019 stellten allein die Organe der Europäischen Union der WHO 146 Mio. EUR zur Verfügung, und wir haben bereits 114 Mio. EUR für den von ihr geleiteten Strategischen Bereitschafts- und Reaktionsplan der Vereinten Nationen für Länder mit schwachen Gesundheitssystemen gebunden.

Heute ist sowohl der internationale Tag des Multilateralismus als auch der Tag der Diplomatie für den Frieden. Und in der Tat sind Konfliktverhütung und ‑lösung das Herzstück des Multilateralismus. Die Europäische Union wiederholt und unterstützt die Forderung des Generalsekretärs der Vereinten Nationen nach einem weltweiten Waffenstillstand. Mehr denn je ist es heute an der Zeit, dass alle Beteiligten an bewaffneten Konflikten rund um den Globus ihre Waffen niederlegen und sich ernsthaft um politische Lösungen bemühen. Und die Europäische Union ist bereit, diese Bemühungen zu unterstützen.

Zweifelsohne wird die Welt, die aus dieser Krise hervorgeht, ganz anders aussehen als die Welt, die wir kennen, aber wir wissen nicht, in welcher Weise. Das wird davon abhängen, was wir jetzt tun.

Lassen Sie uns also diese Gelegenheit nutzen‚ um dafür zu sorgen, dass wir eine bessere Welt von morgen gestalten, eine Welt, in der wir den Multilateralismus und nicht den Isolationismus stärken. Eine Welt, die den Reichtum unserer Vielfalt schätzt und unsere Bürgerinnen und Bürger sowie unseren Planeten schützt.

Die Krise hat erneut bestätigt, dass multilaterale Zusammenarbeit der einzige Weg ist. Und es liegt in unserer gemeinsamen Verantwortung, zu diesem Zweck für künftige Generationen zusammenzuarbeiten. Das sind wir den Opfern des Coronavirus schuldig.

 

 

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