Delegation of the European Union to Peru

Auf dem Weg zur Überwindung der Armut

17/10/2020 - 07:09
Nachrichten

Millionen von Menschen leben in Armut und Elend. Das muss sich ändern. Für die EU ist die Überwindung der Armut ein wichtiges Ziel ihres auswärtigen Handelns. Die EU hat mit ihrer Unterstützung zu einer globalen positiven Entwicklung bei der Armutsbekämpfung beigetragen. Jedoch ist dieser Trend nun durch die weltweite Pandemie gefährdet. Der Internationale Tag zur Beseitigung der Armut sollte zum Anlass genommen werden, darüber nachzudenken, wie die Gesellschaften gemeinsam die Armut auf der Welt bekämpfen können.

 

Die Auswirkungen des Klimawandels, regionale Konflikte und das Bevölkerungswachstum sind Faktoren, die weithin die Lebensgrundlagen gefährden, sodass sich viele Menschen Grundnahrungsmittel, Kleidung, Gesundheitsversorgung und ein Dach über dem Kopf nicht leisten können. In den letzten 20 Jahren ist die Zahl der Betroffenen jedoch zurückgegangen – ein positiver Trend, der der internationalen Solidarität zu verdanken ist.

Die EU setzt sich für die Überwindung der Armut und den Aufbau einer gerechteren und stabileren Welt ein. Das vorrangige Ziel der europäischen Entwicklungspolitik ist die Beseitigung der Armut in der Welt, eingebettet in eine nachhaltige Entwicklung. Wie der Hohe Vertreter und Vizepräsident der EU Josep Borrell es ausgedrückt hat: „Die wahre Herausforderung besteht darin, die Armut zu bekämpfen, die Lebensqualität zu verbessern und gleichzeitig den Planeten zu schützen.“

Neue Wege schaffen

Es gibt vielerlei Möglichkeiten für Investitionen in die Entwicklung, doch müssen sie der Bevölkerung einen konkreten Nutzen bringen. Die EU setzt sich dafür ein, dass Lösungen gefunden werden, die den Bedürfnissen der Bevölkerung entsprechen, deren Handlungskompetenz stärken und gleichzeitig den Auswirkungen auf das Umfeld vor Ort Rechnung tragen.

Ein Beispiel dafür ist der Bau der Straße von Milange nach Mocuba in Mosambik.

Für Teresa Joaquim bedeutete der Bau der Straße die Stabilisierung ihrer Existenzgrundlage und eine erhebliche Verbesserung ihrer Lebensbedingungen: „All die Menschen, die durch unseren Ort kommen, haben unser Leben verändert. Manchmal machen sie halt, kaufen ein paar Sachen ein und setzen dann ihren Weg fort. Früher haben wir 150 MT pro Tag eingenommen, aber jetzt können wir täglich Gebäck für 300 MT, 350 MT oder sogar 450 MT verkaufen. Und ich kann hier in Alto Benfica nun sogar alle Zutaten erhalten. Dafür muss ich nicht mehr bis nach Mocuba.“

Für Rose in Malawi war es nicht eine neue Straße, die ihre Situation verbessert hat, sondern eine neue Möglichkeit, die Straße zu nutzen. Ihre Familie erhielt Unterstützung aus dem Programm für Sozialgeldtransfers. Dadurch konnte sie Rose ein Fahrrad kaufen, das ihr den Besuch einer über 15 km entfernten weiterführenden Schule ermöglicht.

Für die Zukunftschancen von Rose ist der Zugang zu Bildung sehr wichtig, der sie der Verwirklichung ihres Traums, Krankenschwester zu werden, einen entscheidenden Schritt näher bringt.

Steinige Wege ebnen

Zwar war bei der Armutsbekämpfung bisher ein positiver Trend zu beobachten, doch stellt die weltweite Pandemie die Schwächsten der Welt vor zusätzliche Herausforderungen. Der schwierige Weg zur Überwindung der Armut ist noch steiniger geworden.

In Ländern wie Nigeria leben vier von zehn Menschen unterhalb der Armutsgrenze. Das bedeutet, dass für einen Großteil der Bevölkerung Leben und Existenzgrundlagen durch die Pandemie massiv gefährdet sind.

Die EU und ihre Mitgliedstaaten haben rasch gehandelt, um diese zusätzlichen Risiken zu mindern. Gemeinsam haben sie das Maßnahmenpaket „Team Europa“ geschnürt, mit dem Partnerländer bei der Bekämpfung des Coronavirus und seiner Folgen unterstützt werden.

Kürzlich hat die EU-Delegation in Nigeria Nahrungsmittelhilfe für bedürftige Menschen in schwer erreichbaren Gebieten organisiert. In Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen vor Ort wurde ermittelt, wer die Unterstützung am meisten benötigte. Eine Gruppe engagierter Team-Europa-Freiwilliger machte sich auf den Weg in diese abgelegenen Gebiete. Streckenweise barfuß und mit hochgekrempelten Hosen sorgten sie dafür, dass die Nahrungspakete bei den Bedürftigen ankamen.

Dies ist eines der zahlreichen Beispiele für den Einsatz von „Team Europa“, die vor Augen führen, wie dringend heutzutage Unterstützung für Menschen in Not gebraucht wird und wie wichtig Solidarität und eine breite Beteiligung sind.

Es muss auf multilateraler Ebene gehandelt werden, weshalb die EU mit den Vereinten Nationen und deren Organisationen zusammenarbeitet: Die EU ist nach wie vor der weltweit größte Geber von Entwicklungshilfe: Sie stellt mehr als 50 % der Hilfe in der Welt bereit. Hierbei arbeitet sie eng mit ihren Partnern zusammen, um die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung umzusetzen.

Die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft wird dringend benötigt, damit wir auf dem schon zurückgelegten Weg keine Rückschritte machen, sondern uns weiter auf das Ziel zubewegen, die Armut zu überwinden.

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