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Pressefreiheit ist auch unsere Freiheit, gerade in Krisenzeiten

03/05/2020 - 09:00
Nachrichten

Dieses Jahr begehen wir den Welttag der Pressefreiheit inmitten einer weltweiten Pandemie. Das ist ein besonderer Grund, alle Journalistinnen, Journalisten und Medienschaffenden zu würdigen, die uns Nachrichten übermitteln und die Welt, in der wir uns befinden, analysieren.

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Dieses Jahr begehen wir den Welttag der Pressefreiheit inmitten einer weltweiten Pandemie. Ein besonderer Grund, alle Journalistinnen und Journalisten zu würdigen, die uns Nachrichten übermitteln. Zuverlässige Informationen können Leben retten.

Dieser Tage ist viel die Rede von unverzichtbaren Berufen etwa in der Medizin und im Gesundheitssektor sowie vielen anderen an vorderster Front im Kampf gegen COVID-19. Auch Journalistinnen und Journalisten üben einen Beruf aus, der unverzichtbar für die Gesundheit unserer Gesellschaften ist. Sie bringen sich oft selbst in Gefahr, damit wir informiert, mündig und sicher sein können. All diese Frauen und Männer machen unsere Gesellschaften und Demokratien offener, transparenter und widerstandsfähiger.

Bei unserer jährlichen Kampagne für Pressefreiheit haben uns viele Journalistinnen und Journalisten daran erinnert, dass der Zugang zu zuverlässigen Informationen und die Möglichkeit, Regierungen zur Rechenschaft zu ziehen, Leben retten können.

Die COVID-19-Pandemie hat weltweit eine beispiellose Reaktion hervorgerufen, und einige unserer Freiheiten sind vorübergehend eingeschränkt. Bedauerlicherweise haben weltweit einige Regierungen diese Krise missbraucht und als Gelegenheit genutzt, gegen die Pressefreiheit vorzugehen. Journalistinnen, Journalisten und Medienschaffende wurden schikaniert, bedroht, verhaftet und ins Gefängnis gesteckt, weil sie über COVID-19 berichtet hatten.

Leider ist diese Wirklichkeit vielen allzu vertraut. Schon in weniger außergewöhnlichen Zeiten haben zu viele Journalistinnen und Journalisten den höchsten Preis dafür zahlen müssen, dass sie uns die Wahrheit zeigen. Nach Angaben von Reporter ohne Grenzen haben im Jahr 2019 52 Medienschaffende in Ausübung ihres Berufs ihr Leben verloren, während 398 ins Gefängnis gesteckt und 57 als Geiseln festgehalten wurden. Regierungen sollten die Medien und deren Arbeit schützen, der Straflosigkeit bei Verbrechen gegen Journalistinnen und Journalisten ein Ende setzen und all diejenigen freilassen, die wegen ihrer Berichterstattung festgehalten werden.

In den letzten Monaten waren unabhängige Medien in vielen Märkten einem ständig wachsenden und beispiellosen Druck ausgesetzt. Einige Zeitungen wurden zum Schweigen gebracht, nachdem sie Nachrichten über das Virus veröffentlicht hatten, die den Machthabern nicht genehm waren, beispielsweise Berichte darüber, dass die tatsächlichen COVID-19-Todeszahlen höher waren als die offiziellen Zahlen. Einige wurden der Verbreitung von Falschmeldungen bezichtigt, weil sie ihre Regierungen kritisiert hatten. Andere sind wegen der finanziellen Schwierigkeiten, die die Krise verursacht hat, in Nöten.

Offenkundig haben die Maßnahmen zur Eindämmung der Krankheit die Volkswirtschaften gebremst, Einnahmen aus der Werbung in Medien vermindert, zur Schließung von Verkaufsstellen geführt sowie Bewegungsfreiheit und Berichterstattung eingeschränkt. All dies wird ernsthafte Auswirkungen auf den Mediensektor haben, der in vielen Ländern ohnehin mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Einige unabhängige Medien haben damit begonnen, ihre Berichterstattung einzuschränken oder Journalistinnen und Journalisten zu entlassen. Ohne Soforthilfe könnten viele vor ihrer Schließung stehen. Der Verlust dieser Medien würde der Welt Stimmen nehmen, die für das Funktionieren unserer Demokratien unverzichtbar sind. Eine Schwächung der Medienvielfalt würde die Gefahr der Verbreitung von Fehlinformationen und Desinformation verschärfen.

Am Welttag der Pressefreiheit und vor allem während dieser Pandemie fordere ich alle auf, Journalistinnen, Journalisten und Medienschaffende jederzeit zu schützen, unrechtmäßig Festgehaltene freizulassen und unabhängige Medien sowohl politisch als auch finanziell zu unterstützen.

Hierfür gibt es einen einfachen Grund:

Die Freiheit der Presse ist auch unsere Freiheit, die wir alle verteidigen müssen. Gerade in Krisenzeiten.

 


 

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