Delegation of the European Union to China

Impfungen weltweit: Die EU tut mehr, als manche denken

26/03/2021 - 23:59
From the blog

26/03/2021 – HR/VP Blog – Trotz einiger Anfangsschwierigkeiten arbeitet die EU intensiv daran, die Verteilung von COVID-19-Impfstoffen in die EU zu beschleunigen. Gleichzeitig leisten wir über Exporte und die internationale COVAX-Fazilität bereits einen bedeutenden Beitrag zur weltweiten Impfkampagne.

„In den letzten Wochen gab es in der EU einige Schwierigkeiten bei der Verteilung der Impfstoffe. Dennoch hat die EU weit mehr für die weltweite Impfkampagne getan – und tut dies auch weiterhin – als manche denken.“

 

In den letzten Wochen gab es bei der Reaktion der EU auf die COVID-19-Pandemie einige Schwierigkeiten, da sich die Herstellung der Impfstoffe verzögert hat. Dennoch hat die EU weit mehr für die weltweite Impfkampagne getan – und tut dies auch weiterhin – als allgemein bekannt ist.

Die EU ist einer der wichtigsten Hersteller und Exporteure von Impfstoffen, und die Bemühungen, ihre Produktionskapazitäten beträchtlich auszubauen, werden bald Ergebnisse zeigen: Zwischen dem 1. Dezember 2020 und dem 15. März 2021 hat die EU bereits 46 Mio. Dosen in 33 Länder geliefert – auch solche, die selbst überhaupt keine Impfstoffe exportiert haben.

Im Rahmen der COVAX-Fazilität spielt die EU schon jetzt eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung von Impfungen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Bislang wurden dank COVAX 31 Mio. Dosen in 54 Länder geliefert.

 

„Im Rahmen der COVAX-Fazilitätspielt die EU schon jetzt eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung von Impfungen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen.“

 

Darüber hinaus haben wir einen wichtigen Beitrag zur Impfstoffentwicklung geleistet: Im vergangenen Jahr hat die EU eine beträchtliche Summe – mehr als 1 Mrd. € – bereitgestellt, um die Erforschung und Entwicklung von Impfstoffen und neuen Therapien zur Bekämpfung von COVID-19 zu unterstützen. Die neue mRNA-Technologie, die maßgeblich zur raschen Entwicklung mehrerer Impfstoffe beigetragen hat, wurde in Europa entwickelt. Insbesondere der Impfstoff von BioNTech/Pfizer wurde von der EU stark unterstützt.

Durch Abnahmegarantien hat die EU 1,3 Mrd. Impfstoffdosen bei BioNTech/Pfizer, Moderna, AstraZeneca und Johnson & Johnson bestellt – mehr als wir brauchen, um unsere 447 Millionen EU‑Bürgerinnen und ‑Bürger zu impfen. Wie der Europäische Rat am 25. März bestätigt hat, wollen wir einen Teil dieser Impfstoffe an unsere Partnerländer abgeben und gleichzeitig die Impfpläne der EU vorantreiben.

 

„Wir wollen einen Teil der bestellten Impfstoffe an unsere Partnerländer abgeben und gleichzeitig die Impfpläne der EU vorantreiben.“

 

Nach derzeitigem Stand sollten im zweiten Quartal 360 Mio. Dosen an die EU geliefert werden. Zum Vergleich: Im ersten Quartal waren es 100 Mio. Dosen. Wenn wir dieses Ziel erreichen, könnten bis Ende des Sommers 70 % aller Erwachsenen in der EU geimpft sein. Damit hätten wir dann auch mehr Möglichkeiten, anderen Hilfe anzubieten.

Wir üben derzeit großen Druck auf unsere Lieferanten, insbesondere AstraZeneca, aus, um sie dazu zu bewegen, ihre Verpflichtungen zu erfüllen und die vertraglich vereinbarten Mengen an die EU zu liefern. Am 30. Januar führte die Kommission einen Transparenzmechanismus für die Ausfuhr von COVID-19-Impfstoffen aus der EU ein, um strenger zu kontrollieren, ob die Unternehmen ihre Verpflichtungen gegenüber der EU einhalten.

Der überarbeitete Mechanismus, der am 24. März angenommen wurde, dient genau diesem Zweck, wobei Gegenseitigkeit und Verhältnismäßigkeit als Kriterien hinzugefügt wurden und mehr Transparenz bei den Ausfuhren aus der EU gewährleistet wird, ohne dass sich dies auf die Abnahmegarantien auswirkt. Dadurch, dass wir Druck ausüben und mehr Impfstoffe in der EU zugelassen werden, wollen wir auch schneller in der Lage sein, größere Mengen Impfstoffe an unsere Partner abzugeben.

 

„Indem wir Druck auf unsere Lieferanten ausüben, wollen wir schneller in der Lage sein, Impfstoffe an unsere Partner abzugeben.“

 

An dieser Stelle muss betont werden, dass die ganze Welt rasch geimpft werden muss. Niemand ist vor der COVID-19-Pandemie sicher, bis nicht alle sicher sind. Das ist mehr als ein Motto – es ist die grundlegende Wahrheit. Mit der Ausbreitung des Virus entstehen neue Varianten. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, denn wir müssen mit den weltweiten Impfungen schneller sein als das Virus mit seinen Mutationen – aus Solidarität, aber auch aus eigenem Interesse.

Niemand ist sicher, bevor nicht alle sicher sind

Diese Überzeugung steht seit Beginn der Krise für uns im Mittelpunkt unseres Handelns. Im vergangenen Jahr haben wir uns mit der Weltgesundheitsorganisation und anderen internationalen Akteuren im Gesundheitsbereich zusammengeschlossen, um die erwähnte COVAX-Fazilität ins Leben zu rufen. Über COVAX unterstützen einkommensstarke Länder und andere Geber 92 einkommensschwache Länder mit kostenlosen Impfstoffen (COVAX-Abnahmegarantie für Impfstoffe, grüne Länder auf der Karte ).

 

„Die EU war bis vor kurzem der größte Geber der COVAX-Fazilität, deren herausragende und wichtige Arbeit ohne uns nicht möglich wäre.“

 

Die Europäische Union hat mit ihren Mitgliedstaaten, der Europäischen Investitionsbank und der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung („Team Europe“) bislang 2,2 Mrd. €, davon 1 Mrd. € aus dem EU-Haushalt, für diese Initiative bereitgestellt. Das heißt, dass die EU bis vor kurzem der größte Geber der COVAX-Fazilität war, deren herausragende und wichtige Arbeit ohne die EU nicht möglich wäre.

Ein Plädoyer für den Multilateralismus

Dieses Plädoyer entspricht unserem allgemeinen Engagement für Multilateralismus. Wenn es um Impfdiplomatie geht, zeigt sich hier jedoch eine Schwachstelle, denn auf den Impfstofflieferungen ist nicht die europäische Flagge, sondern das Symbol von COVAX zu sehen. Die EU ist die treibende Kraft hinter der Arbeit von COVAX, doch wir erhalten nicht dieselbe diplomatische Anerkennung wie die Länder mit einer bilateralen Impfdiplomatie. Es ist nicht das erste Mal im Bereich internationale Angelegenheiten – die EU muss sich um eine bessere Kommunikation bemühen.

 

„Auf den Impfstoffen, die COVAX liefert, ist keine europäische Flagge zu sehen. Die EU ist die treibende Kraft von COVAX, doch bekommen wir nicht dieselbe Anerkennung wie die Länder mit einer bilateralen Impfdiplomatie.“



 

 

Das eigentliche Ziel von COVAX besteht darin, eine weltweite Durchimpfungsrate von mindestens 20 % sicherzustellen, angefangen beim Gesundheitspersonal. Wenn die Teilnehmerländer mehr Spenden aufbringen, können und werden wir größere Ziele anstreben und den Umfang von COVAX erweitern. Bis zum 22. März wurden durch COVAX bereits 31 Mio. Dosen in 54 Länder geliefert, darunter Sierra Leone, Tadschikistan, Mosambik, Mali, Malawi, Nepal, Uganda, Fidschi, Kambodscha, Nigeria, Angola, Côte d’Ivoire, Ghana, Jemen, Albanien, Kolumbien...

COVAX braucht deutlich mehr Mittel

Damit COVAX seine Ziele erreichen kann, braucht es jedoch deutlich mehr Mittel. Im Februar hat die EU ihren Beitrag mit zusätzlichen 500 Mio. € verdoppelt; Deutschland hat 970 Mio. € zugesagt. Vor diesem Hintergrund begrüßen wir ausdrücklich die Ankündigung der USA, sich der COVAX-Initiative anzuschließen und in den Jahren 2021 und 2022 einen Beitrag von bis zu 4 Mrd. USD zu leisten. Dies wird den Impfungen auf der ganzen Welt einen willkommenen Schub verleihen.

Darüber hinaus sollten wir nicht nur Impfstoffe in Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen liefern, sondern auch wirksame Impfkampagnen unterstützen. Mit Hilfe der Geber, auch der EU wird COVAX finanzielle Mittel für die Planung, die technische Unterstützung und die Ausstattung der Kühlkette bereitstellen, um die weltweite Lieferung von Impfstoffen vorzubereiten – und zwar nicht nur in die genannten 92 Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen, sondern auch darüber hinaus.

Hohe Erwartungen an die EU

Schließlich sind wir uns bewusst, dass die weltweiten Erwartungen an die EU groß sind, wenn es um Impfstoffe geht. Unsere Produktionskapazitäten werden laufend weiterentwickelt, und in den kommenden Wochen werden wir unsere Lieferkapazitäten erwartungsgemäß weiter ausbauen und die technische Unterstützung unserer Partner aufstocken. Sie wird insbesondere Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen zukommen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir dieses Ziel bald erreichen werden.

 

 

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