Die CE-Kennzeichnung – Der Schlüssel zu Europas Märkten (27/10/2010)

Wir sehen oft das "CE Zeichen" auf Produkten, die wir kaufen, aber was bedeutet das in der Praxis? An der Kennzeichnung erkennt der Verbraucher, dass ein Produkt allen einschlägigen EU-Vorschriften entspricht und somit in der gesamten EU frei vermarktet und verkauft werden darf. Auch Schweizer Unternehmern sichert die CE-Kennzeichnung den Zugang zu Europas Märkten.

"CE" steht für "Conformité Européenne"(= Übereinstimmung mit den EU-Richtlinien).Wenn ein Hersteller die
CE- Kennzeichnung auf einem Produkt anbringt, erklärt er eigenverantwortlich, dass dieses alle einschlägigen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung von Gesundheitsschutz, Sicherheit und Umweltschutz erfüllt. Die CE-Kennzeichnung wird deshalb häufig als „Reisepass“ für den europäischen Binnenmarkt bezeichnet. Die rechtlichen und wirtschaftlichen Folgen bei Nichteinhaltung dieser Vorschriften sind so gravierend, dass sich die große Mehrheit der Unternehmen daran halten wird.

Nicht alle in der EU verkauften Produkte müssen mit einer CE-Kennzeichnung versehen sein. Vorgeschrieben ist sie für etwa 23 Produktkategorien, wie etwa Spielzeug, Elektroartikel, Maschinen, persönliche Schutzausrüstungen und Aufzüge.

Die CE-Kennzeichnung ist kein Hinweis darauf, dass ein Produkt in der EU oder in einem EWR-Staat hergestellt wurde, sondern sie gibt an, dass das Produkt vor der Markteinführung getestet wurde und den gesetzlichen Auflagen (z. B. einheitlichen Sicherheitsstandards) des europäischen Binnenmarktes entspricht. Der Hersteller hat also entweder sichergestellt, dass die maßgeblichen Anforderungen z. B. in Bezug auf Sicherheit und Gesundheitsschutz erfüllt werden, oder er hat das Produkt durch eine Konformitätsbewertungsstelle prüfen lassen. Wird das Produkt aus einem Drittland eingeführt, muss sich der Importeur vergewissern, dass der außerhalb der EU ansässige Hersteller die erforderlichen Maßnahmen ergriffen hat und die entsprechende Dokumentation auf Anfrage erhältlich ist.

Die CE-Kennzeichnung erleichtert den Alltag von Unternehmen und Behörden erheblich und liegt auch im Interesse der Konsumenten. :

•         Der Industrie verschafft die Kennzeichnung Zugang zum gesamten Binnenmarkt, ohne dass für jedes Land Einzelgenehmigungen bei den nationalen Behörden eingeholt werden müssen. Dadurch wird bei gleichbleibend hohen Standards der mit einer Konformitätsbewertung verbundene finanzielle und sonstige Aufwand gesenkt.

•         Auf der Ebene der nationalen Behörden werden bei dem derzeit stark steigenden Produktangebot die von jeder Stelle durchzuführenden Kontrollen reduziert und erleichtert, ohne dass dadurch Standards gefährdet werden.

•         Die Konsumenten profitieren von einer grösseren Markttransparenz, mehr Konkurrenz und dadurch sinkenden Preisen – bei gleichzeitig hohen Qualitätsstandards an die Produkte.

Die Verfahren, Maßnahmen und Sanktionen bei Fälschung oder Missbrauch der CE‑Kennzeichnung sind im nationalen Verwaltungs- und Strafrecht der einzelnen Mitgliedstaaten festgelegt. Je nach Schwere des Verstoßes können Wirtschaftsteilnehmer mit einer Geldbuße und in einigen Fällen sogar mit einer Gefängnisstrafe belegt werden. Wird das Produkt jedoch nicht als unmittelbare Gefährdung der Sicherheit betrachtet, muss der Hersteller es nicht sofort vom Markt nehmen, sondern erhält er die Möglichkeit, dafür zu sorgen, dass das Produkt alle einschlägigen gesetzlichen Anforderungen erfüllt.

Auch die Schweizer Wirtschaft und Schweizer Konsumenten profitieren vom System der CE-Kennzeichnung. Dank dem Abkommen über den Abbau technischer Handelshemmnisse mit der EU ("Abkommen über die gegenseitige Anerkennung von Konformitätsbewertungen" vom 21.6.1999) ist in vielen Bereichen für die Vermarktung eines Produkts in der Schweiz und in der EU nur noch eine einzige Konformitätsbewertung erforderlich. Eine schweizerische Konformitätsbewertung ermächtigt in diesen Fällen den Hersteller, das für den Export in die EU erforderliche CE-Kennzeichen an seinem Produkt anzubringen und dieses ohne weitere Überprüfung direkt auf den EU-Markt zu bringen. Schweizer Hersteller erhalten damit einen Marktzugang, der demjenigen ihrer EU-Konkurrenten weitgehend gleichkommt. Die Unternehmer profitieren von tendenziell sinkenden Kosten und einem Zeitgewinn bei der europaweiten Vermarktung neuer Produkte.

Indirekt profitiert die Schweizer Wirtschaft auch von den Abkommen über die gegenseitige Anerkennung von Konformitätsbewertungen, welche die EU wiederum mit anderen Handelspartnern wie den USA, Japan, Australien, Neuseeland, Kanada und Israel abgeschlossen hat. Da diese Länder in den vereinbarten Produktebereichen die CE-Konformitätsbewertung grundsätzlich als gleichwertig anerkennen, ist es für Schweizer Produzenten leichter, für bereits CE-zertifizierte Produkte die Konformität mit den Normen dieser Länder ebenfalls bestätigt zu bekommen. Im Ergebnis wird auch für diese wichtigen Märkte der Zugang für Schweizer Firmen vereinfacht.

 

Die CE-Kennzeichnung